Über den Verein

Die Wurzeln der Beratungsstelle TAMAR reichen bis ins Jahr 1989 zurück, als Mitarbeiterinnen der Katholischen Frauenbewegung und der Evangelischen Frauenarbeit begannen, Beratung für misshandelte Frauen anzubieten.

Der Name "Tamar", der von der alttestamentarischen Tochter König Davids entlehnt wurde, die von ihrem Halbbruder geschändet und verbannt wurde, verweist noch heute auf die konfessionell geprägte Gründerinnenzeit. Der Beratungsschwerpunkt verschob sich in den ersten Jahren von Gewalt gegen Frauen auf den Bereich sexueller Missbrauch.

Im September 1991 wurde der Verein vom Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie als Frauen- und Familienberatungsstelle mit den Schwerpunkten Misshandlung und sexueller Missbrauch anerkannt. 1992 konnte auch das Frauenbüro der Stadt Wien (MA 57) als zweite große Subventionsgeberin gewonnen werden. Seit 1995 hat die Beratungsstelle ihren Sitz in der Wexstraße 22 im 20. Bezirk.

Wie in vielen anderen Einrichtungen war die Arbeit der ersten Jahre von hohem persönlichem Engagement, Selbsthilfe und ehrenamtlicher Tätigkeit geprägt. Auf die Gründungsjahre folgte eine Phase der Professionalisierung, in der nicht nur das Beratungs- und Therapieangebot erweitert wurde, sondern auch eine Reihe von Projekten initiiert und verwirklicht wurden. Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle wirkten etwa in der Ombudsstelle der Erzdiözese Wien für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche mit oder waren an der Erstellung der Mappe "Gegen Gewalt an Frauen und Kindern handeln" beteiligt.

1998 startete Sonja Wohlatz gemeinsam mit Sabine Rupp von der Beratungsstelle für sexuell missbrauchte Mädchen und junge Frauen ein wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt zur Begleitung von Kindern und Jugendlichen bei polizeilicher Anzeige und Gerichtsverfahren, das die Grundlage für das heute bundesweit etablierte Modell der Prozessbegleitung bildet.